[98] Monte Rosa ©Kalle Kubatschka
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Thema Antisemitismus


Für Offenheit, Vielfalt und Toleranz Die im Frühjahr 2016 veröffentlichte Ausarbeitung zum Thema Antisemitismus ist für den Kölner Alpenverein Ansporn mit der Erklärung

Für Offenheit, Vielfalt und Toleranz Acrobat Reader Datei

ins neue Jahr zu gehen.

Die zugehörige Pressemitteilung beschreibt die Hintergründe zur Veröffentlichung der Erklärung.


Veröffentlichungen der Erklärung:
30.12.2016: Pressemitteilung
30.12.2016: Auf der Webseite, Facebookexterner Link und Twitterexterner Link.
31.12.2016: Als Anzeige im Kölner Stadtanzeiger / Rundschau (Gesamtausgabe).
03.01.2017: Lehren aus der Vergangenheitexterner Link / Kölnische Rundschau.
05.01.2017: Im Newsletter ALPINEWS 01/2017.
14.01.2017: Kölner Alpenverein warnt vor Ausgrenzung / Kölner Stadtanzeiger.
12.02.2017: Rückmeldungen zur Erklärung ALPINEWS 02/2017.
05.03.2017: gletscherspalten 1-2017.

Für Offenheit, Vielfalt und Toleranz

Im Frühjahr 2016 hat der Kölner Alpenverein die Aufarbeitung des Themas Antisemitismus in seiner Vereinsgeschichte der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert: Seit der Vereinsgründung 1876 hatten jüdische Mitglieder wichtige Funktionen inne, waren geachtet und im Vereinsleben aktiv. Ab den 1930er Jahren änderte sich dies allmählich. Der Verein ist mitgeschwommen, hat sich herausgehalten und gleichschalten lassen. Dies endete damit, dass Menschen jüdischen Glaubens die Mitgliedschaft verwehrt wurde. Der Verein, d.h. die Menschen, die ihn lenkten und die, die ihm angehörten, haben damals ihre jüdischen Mitglieder verraten und ausgegrenzt.

Was lernen wir daraus?

Wer sich nicht aktiv zu Toleranz und Offenheit bekennt, macht sich mitverantwortlich. Wer sich nicht gegen Hass und Ausgrenzung stellt, überlässt denen das Feld, die mit Angstmache, Lügen und Täuschungen die Leute um sich scharen.

Wir wollen klar Stellung beziehen und uns nicht heraushalten!

In unserer Satzung steht: "Die Sektion ist parteipolitisch neutral; sie vertritt die Grundsätze religiöser, weltanschaulicher und ethnischer Toleranz; sie achtet auf die Chancengleichheit von Frauen und Männern."

Das sind für uns keine leeren Worte, sondern ein Anspruch!

Wir setzen uns für unsere Ziele im Großen wie im Kleinen ein: Zum Beispiel bei der verantwortungsbewussten Ausübung des Bergsports, dem Naturschutz, der Jugend- und Familienarbeit und der Erhaltung einer intakten Bergwelt. Dabei achten wir darauf, unseren gesellschaftlichen Werten und Grundsätzen, wie sie in unserer Satzung festgeschrieben sind, treu zu bleiben. Wir sind allen gegenüber offen und heißen die herzlich willkommen, die sich sowohl mit unseren Zielen verbunden fühlen, als auch dieselbe Toleranz und Offenheit leben.

Es erschreckt uns, wie die Ängste und Sorgen der Menschen dazu missbraucht werden, um Fremdenfeindlichkeit und Hetze gegenüber Andersdenkenden mehrheitsfähig zu machen. Dies sehen wir nicht nur bei uns in Deutschland - diese Entwicklung ist vielerorts in Europa und Teilen der Welt anhand von Wahlergebnissen und den Aussagen der politisch Agierenden ablesbar.

Die Vergangenheit lehrt uns: Wegschauen ist keine Option!

Bei uns haben Ausgrenzung und Intoleranz nichts zu suchen. In einer Welt, die durch Kriege, Globalisierung und Klimawandel immer komplexer wird, können Kaltherzigkeit und Abschottung für uns keine Alternative sein.

Für uns Bergsportlerinnen und Bergsportler ist das Kennenlernen und Achten fremder Kulturen selbstverständlich. Dies setzt Offenheit und Toleranz voraus. Wir unterstützen daher ausdrücklich Mitmenschlichkeit, Chancengleichheit und Vielfalt bei uns und auch überall dort, wo wir als Sportler und Reisende unserem Hobby nachgehen.

Wir im Kölner Alpenverein

Köln, im Dezember 2016




* * * * *



Präsentation der Ausarbeitung zum Thema Antisemitismus


Ausarbeitung zum Thema Antisemitismus Unsere Ausarbeitung mit dem Titel "Wer Mitglied werden will, muß arischer Abstammung sein - Der Antisemitismus in der Sektion Rheinland-Köln des Alpenvereins", wurde am 14. April 2016 im NSDOK Köln / EL-DE-Haus der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Örtlichkeit konnte dafür nicht passender sein: Das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln gibt mit seinen Ausstellungen den stimmigen geschichtlichen Rahmen dazu.

Die Begrüßung und Einführung Acrobat Reader Datei nahm der 1. Vorsitzende, Kalle Kubatschka, vor. Er bedankte sich bei den beiden Autoren - Reinhold Kruse und Dr. André Postert - sowie - stellvertretend bei Frau Dr. Barbara Becker-Jáckli vom NSDOK - bei allen, die zur Erstellung der Ausarbeitung beigetragen haben.

Die Ausarbeitung zum Antisemitismus Acrobat Reader Datei (ePaperexterner Link) umfasst 32 prall gefüllte Seiten: In ihrem ersten, etwas längeren Teil widmet sie sich der Geschichte der Sektion und des Deutschen Alpenvereins in dieser Zeit. Der zweite Teil enthält die Biographien unserer jüdischen Mitglieder, soweit sie in Erfahrung gebracht werden konnten.

Die Ausarbeitung ist in einer Auflage von 10.000 Exemplaren erschienen und wurde Anfang März an alle unsere Mitglieder versendet.

Zur Veranstaltung wurde eine Präsentation Acrobat Reader Datei gezeigt, die Sie hier einsehen können. Sie beinhaltet auch die Folien und Bilder des Vortrags von Dr. André Postert.

Grußworte:

Josef Klenner Acrobat Reader Datei, Präsident des Deutschen Alpenvereins

Josef Klenner vertritt als Präsident des Deutschen Alpenvereins ungefähr genauso viele Menschen wie Bürgermeister Hans-Werner Bartsch – nämlich 1,1 Millionen Mitglieder. Bei Herrn Bartsch sind es fast 1,1 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Köln.

Hans-Werner Bartsch Acrobat Reader Datei, Bürgermeister der Stadt Köln

Dr. Michael Rado, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln

Dr. Michael Rado hat auch das Vorwort der Ausarbeitung verfasst.

Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrum Köln

Dr. Jung würdigte die vorliegende Arbeit und regte zudem an, die Untersuchungen weiterzuführen und auch die damals agierenden Personen der Sektion näher zu beleuchten.

NSDOK Köln / EL-DE-Haus Vortrag:

Nach der Begrüßung und den Grußworten hielt der Historiker Dr. André Postert, einer der beiden Autoren der Ausarbeitung, einen kurzen Vortrag Acrobat Reader Datei, der einen guten Überblick zur Thematik gab. Seine Folien und Bilder sind in der Präsentation (siehe oben) enthalten.

Danach standen die beide Autoren, er und unser Archivar Reinhold Kruse, für Fragen zur Verfügung. Diese Möglichkeit des Austausches wurde auch ausgiebig genutzt.

Auch Josef Klenner und Dr. Werner Jung beantworteten Fragen, moderiert durch den 1. Vorsitzenden.

Schlusswort:

Das Schlusswort Acrobat Reader Datei sprach Kalle Kubatschka, der 1. Vorsitzende. Dabei entschuldigte er sich für die Intoleranz gegenüber den jüdischen Mitgliedern:

"Im Namen des Kölner Alpenvereins möchte ich unser aufrichtiges Bedauern über die Ausgrenzungen zum Ausdruck bringen, die unsere damaligen jüdischen Mitglieder erfahren haben. Im Namen aller Aktiven unseres Vereins möchte ich mich dafür entschuldigen."

Danach wurde die Veranstaltung mit einem Imbiss abgeschlossen, wo noch ausgiebig über die Thematik diskutiert wurde.

Presse: Die Pressemitteilungen zur Veranstaltung finden Sie auf der Seite Presse.

Bilder der Veranstaltung:

Die Bilder lassen sich mit einem Klick darauf vergrößern.

Josef Klenner im Gespräch mit Dr. Werner Jung und Hans-Werner Bartsch / Foto: Philipp Hesse Kalle Kubatschka begrüßt die Anwesenden und führt in das Thema ein / Foto: Miriam Ersch
 
Kalle Kubatschka bedankt sich bei Sektions-Archivar Reinhold Kruse / Foto: Miriam Ersch Die Autoren Reinhold Kruse und Dr. André Postert mit dem 1. Vorsitzenden / Foto: Miriam Ersch
 
Kalle Kubatschka bedankt sich bei Dr. Barbara Becker-Jákli vom NSDOK für die Unterstützung / Foto: Philipp Hesse Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins / Foto: Philipp Hesse
 
Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins / Foto: Miriam Ersch Hans-Werner Bartsch, Bürgermeister der Stadt Köln / Foto: Miriam Ersch
 
Hans-Werner Bartsch, Bürgermeister der Stadt Köln / Foto: Philipp Hesse Dr. Michael Rado, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln / Foto: Philipp Hesse
 
Dr. Michael Rado, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln / Foto: Miriam Ersch Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln / Foto: Philipp Hesse
 
Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln / Foto: Miriam Ersch Dr. André Postert bei seinem Vortrag / Foto: Miriam Ersch
 
Dr. André Postert bei seinem Vortrag / Foto: Philipp Hesse Fragen an die Autoren / Foto: Philipp Hesse
 
Reinhold Kruse beantwortet Fragen aus dem Publikum / Foto: Miriam Ersch Josef Klenner nimmt Stellung zu einer Frage / Foto: Philipp Hesse
 
Dr. André Postert gibt Auskunft / Foto: Miriam Ersch Fragen aus dem Publikum / Foto: Miriam Ersch
 
Kalle Kubatschka antwortet auf Anregungen / Foto: Philipp Hesse Dr. Werner Jung erklärt zum Thema / Foto: Miriam Ersch
 
Das Publikum verfolgt das Schlusswort / Foto: Miriam Ersch Kalle Kubatschka bei seinem Schlusswort / Foto: Miriam Ersch
 
Anerkennung des Publikums zum Ende der Veranstaltung / Foto: Miriam Ersch Josef Klenner, Reinhold Kruse, Dr. Michael Rado, Dr. André Postert, Dr. Barbara Becker-Jákli, Kalle Kubatschka, Dr. Werner Jung / Foto: Philipp Hesse


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