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Thema Antisemitismus


Auf dieser Seite haben wir einige Aktionen und Veröffentlichungen zu unserer Geschichte und zu unserem Selbstverständnis gesammelt. Sie finden hier unsere Ausarbeitung zum Thema Antisemitismus in der Sektionzum Anker, unsere Erklärung Für Offenheit, Vielfalt und Toleranzzum Anker und die Dokumentation der Verlegungen der Stolpersteinezum Anker für unsere ehemaligen jüdischen Mitglieder.


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Vierte Stolpersteinverlegung für ehemalige jüdische Mitglieder


Alfred Leonhard Tietz / Foto: Galeria Kaufhof GmbH Am 18. März 2019 verlegte der Künstler Gunter Demnig auf Wunsch des Kölner Alpenvereins die Stolpersteine für die Familie von Alfred Leonhard Tietz:

Parkstraße 61, 50968 Köln
(A. L. Tietz und Familie)
 
Gürzenichstraße 2, 50667 Köln
(A. L. Tietz am Kaufhof)
 
Der Express hat am 17.02.2019 einen interessanten Artikel dazu veröffentlicht: Wie die Familie Tietz von den Nazis ihrer Kaufhäuser beraubt wurde.

Kaufhof: Stolperstein für Alfred L.Tietz / Foto: Express/Thilo Schmülgen

Stolpersteine für die Familie von Alfred Leonhard Tietz / Foto: Kalle Kubatschka

Stolperstein für Alfred Leonhard Tietz, Gürzenichstraße 2, Köln / Foto: Kalle Kubatschka Alfred Leonhard Tietz, der älteste Sohn des Warenhausgründers Leonhard Tietz und zugleich einer der Erben des Unternehmens, führte in Westdeutschland zwischen 1914 und 1933 den Familienkonzern, dem zeitweise etwa 5.000 Mitarbeiter angehörten. Es war die Zeit der großen Warenhausgründungen. Seit 1891 war Köln der Firmensitz. Seither expandierte das Unternehmen in Westdeutschland. Alfred L. Tietz galt als fortschrittlich, linksliberal und weltoffen. Zugleich hielt die Familie an ihrer jüdischen Tradition und Identität bewusst fest. Er gehörte nach 1918 der Deutschen Demokratischen Partei an, stand also von Beginn an auf der Seite der jungen Republik.

1909 hatte er Margarethe Dzialoszynski geheiratet; ihre Familie väterlicherseits stammte aus Schlesien. Das Ehepaar Tietz - wohlhabend, mit besten unternehmerischen und politischen Kontakten - war in Köln für Wohltätigkeit und ziviles Engagement bekannt: sie unterstützten Kultur- und Sozialeinrichtungen, engagierten sich in der Armenfürsorge und spendeten an Kriegswitwen oder Waisenhäuser. Die jüdische Gemeinde Kölns fand in der Familie Tietz eine wichtige Stütze.

Bereits im April 1933 musste Tietz von seinem Vorstandsposten zurücktreten, nachdem jüdische Geschäfte zuvor boykottiert, Filialen von SA-Trupps überfallen wurden und die Großbanken die Aufkündigung von Krediten angedroht hatten. Am 25. September 1934 trat er auch aus dem Aufsichtsrat des Konzerns aus. Die Familie Tietz musste ihre Aktien, die stark an Wert verloren hatten, an die neuen Eigentümer - Commerzbank, Deutsche Bank und Dresdner Bank - veräußern. Das "arisierte" Unternehmen erhielt einen neuen Namen: West-Deutscher Kaufhof. Mitsamt den Kindern und Alfreds Mutter zog das Ehepaar Tietz zunächst ins Saargebiet, emigrierte dann nach Holland und floh 1940, kurz vor dem Einmarsch deutscher Truppen, nach Palästina. Alfred L. Tietz starb 1941 in Jerusalem.


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Nur für Arier? Zum Umgang des Kölner Alpenvereins mit Antisemitismus


Veranstaltung des ZGV: Nur für Arier? Zum Umgang des Kölner Alpenvereins mit Antisemitismus Veranstaltung des Zentrums für Gesellschaftliche Verantwortungexterner Link (ZGV) der Evangelischen Kirche in Hessen & Nassau (EKHN) am 29. Januar 2019 anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus.

Vorträge und Diskussion zur Frage, was wir heute daraus für das demokratische Engagement lernen können (Einladungsflyer Acrobat Reader Datei).


Programm:

17:15 Uhr    Begrüßung
Matthias Blöser, Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) der Evangelischen Kirche in Hessen & Nassau (EKHN)
Roland Horne, Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz
(Moderation der Veranstaltung)
Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV)
 
17:20 Uhr    Naturschutz und Nationalsozialismus Acrobat Reader Datei
Hildegard Eissing, Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz
 
17:30 Uhr    Wie kam es zur Aufarbeitung der NS-Geschichte im Verein? Acrobat Reader Datei
Kalle Kubatschka, 1. Vorsitzender des Kölner Alpenvereins
 
17:40 Uhr    Menschen ihre Würde zurückgeben. Die Schicksale der jüdischen Mitglieder des Deutschen Alpenvereins, Sektion Rheinland-Köln, in der NS-Zeit.
Dr. André Postert, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, Technische Universität Dresden
 
18:10 Uhr    Ein offener Umgang mit der eigenen Geschichte ist eine gute Basis für die zukünftige Arbeit im Verein Acrobat Reader Datei
Kalle Kubatschka, 1. Vorsitzender des Kölner Alpenvereins
 
18:30 Uhr    Diskussion im Plenum
 
19:15 Uhr    Einladung zu offenen Gesprächsrunden bei Getränken und Bretzeln
 
 
 



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Dritte Stolpersteinverlegung für ehemalige jüdische Mitglieder


Am 10. September 2018 verlegte der Künstler Gunter Demnig auf Wunsch des Kölner Alpenvereins die nächsten Stolpersteine für unsere ehemaligen jüdischen Mitglieder.

Die Stolpersteine für die Familie von Dr. Martin Kuznitzky wurden in der Mohrenstraße 20 in Köln verlegt.

Stolpersteine für die Familie von Dr. Martin Kuznitzky / Foto: Kalle Kubatschka

Dr. Martin Kuznitzky war Urologe und hatte 1892 mit einer Arbeit über die Behandlung von Syphilis promoviert. Zu Beginn seines Berufslebens arbeitete Kuznitzky als Assistenzarzt an der Universitätsklinik für Hautkrankheiten in Straßburg, dann zog es ihn nach Köln. Hier besaß er in der Mohrenstraße 26 eine Arztpraxis, die er bis etwa 1938 führte. Nebenberuflich machte sich Kuznitzky in Fachkreisen als begeisterter Kunstsammler einen Namen. Er hatte eine nichtjüdische Frau geheiratet: Elisabeth Liliencron, Tochter einer angesehenen Kölner Familie. 1903 war ihre Tochter Elisabeth Charlotte - kurz: Lieselotte - zur Welt gekommen, die in der Zeit der Weimarer Republik erfolgreich eine damals noch außergewöhnliche Karriere machte. Sie promovierte 1928 im Fach Jura über das republikanische Adelsrecht und arbeitete danach in Berlin als Gerichtsreferendarin. Die hoch gebildete, überaus aufgeschlossene Familie pflegte viele und oft enge politisch-freundschaftliche Kontakte, auch zu jüdischen Bekannten und Verwandten. Tochter Lieselotte heiratete den Berliner Architekten Erich Gloeden, der 1918 zum Christentum konvertiert war, aber seine jüdischen Wurzeln nicht verleugnete. Trotz staatlicher Anfeindung und repressiver Verfolgung entschied sich die Familie am Ende der 1930er Jahre offenbar bewusst, in Deutschland zu bleiben. Das Ehepaar Gloeden begann, verfolgten jüdischen Freunden beim Abtauchen in den Untergrund zu helfen.

Es ist davon auszugehen, dass Martin Kuznitzky, etwa 1939 oder 1940 starb; ob und unter welchen Umständen er seine Kölner Arztpraxis zuvor hatte aufgeben müssen, ist bislang nicht geklärt. Die Witwe Kuznitzky zog nun zu Tochter und Schwiegersohn nach Berlin. Da Erich Gloeden während des Kriegs als Architekt der „Organisation Todt“ in Polen eingesetzt war, erfuhr er vermutlich Ende 1942 vom Völkermord an den Juden. Das Haus der Familie an der Kastanienallee 23 in Berlin-Westend verwandelte sich zum Rückzugsort der politischen Opposition.

Nach dem Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 gewährten sie General Fritz Lindemann für fünf Wochen Unterschlupf, der von Seiten der Gestapo in Zusammenhang mit der militärischen Verschwörung gegen Hitler gesucht wurde. Am 3. September stürmten Gestapo-Beamte das Haus der Familie: Witwe Kuznitzky, Tochter Lieselotte, Schwiegersohn Gloeden und General Lindemann wurden umgehend verhaftet. Gemeinsam mussten sie sich dem Berliner Volksgerichtshof stellen, wo Richter Roland Freisler in tyrannischen Schauprozessen Todesurteile verhängte. Gloeden, der das Absehbare schon ahnte, versuchte verzweifelt, einen Freispruch für Ehefrau und Schwiegermutter zu erreichen: beide hätten nicht gewusst, dass sich der versteckte Lindemann an der Verschwörung gegen Hitler beteiligt hatte. Nur er selbst sei über die Hintergründe unterrichtet gewesen. Doch als Freisler am 27. November 1944 das Todesurteil gegen ihn fällte, gaben auch Elisabeth Kuznitzky und Lieselotte Gloeden ihre Mitwisserschaft zu. Sie wurden drei Tage später im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee durch Enthauptung hingerichtet.


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Zweite Stolpersteinverlegung für ehemalige jüdische Mitglieder


Am 18. April 2018 verlegte der Künstler Gunter Demnig auf Wunsch des Kölner Alpenvereins die nächsten Stolpersteine für unsere ehemaligen jüdischen Mitglieder.

Stolpersteine für die Familie von Dr. Robert Gidion / Foto: Kalle Kubatschka

Die Stolpersteine für die Familie von Dr. Robert R. Gidion wurden im Maarweg 27 in Köln-Braunsfeld verlegt. Die für das Ehepaar Marum befinden sich ganz in Nähe unserer Geschäftsstelle, am Neumarkt 41.

Dr. Joseph Gottlieb Marum Dr. Gottlieb Marum führte in seinem Wohnhaus bis in die frühen 1930er Jahre eine Arztpraxis. Marum hatte 1911 ein Studium der Medizin aufgenommen, 1919 promoviert und seine Approbation zum Röntgenarzt erhalten. Seine 1912 geborene Ehefrau Ilse - Tochter einer jüdischen Arztfamilie - verfolgte bis 1933 ebenfalls ein Medizinstudium in Köln. Vermutlich musste Marum seine Praxis am Neumarkt in der Mitte der 1930er Jahre aufgeben. Von 1936 bis 1938 arbeitete er dann als Nachfolger Dr. Walter Blanks als Leiter der Röntgenabteilung am Israelitischen Asyl für Kranke und Altersschwache. Wie viele jüdische Bürger, die angesichts des Novemberprogroms die letzte Hoffnung auf Besserung der Lage verloren, entschied sich Gottlieb Marum Ende 1938 zur Ausreise. Gemeinsam mit Ehefrau und Bruder Ernest Adolf reiste Marum in die Vereinigten Staaten. Gottlieb Marum fand mit seiner Frau in South Carolina eine neue Heimat. Hier praktizierte der Kölner Arzt weitere neun Jahre als Radiologe und Röntgenspezialist. Er engagierte sich in der jüdischen Gemeinde der Stadt, wurde Mitglied der jüdischen "Hebrew Union Congregation" und des Kiwanis-Klubs, einer geselligen Vereinigung zur Förderung der Menschlichkeit. Gottlieb Marum starb an einem Herzinfarkt im Alter von nur 55 Jahren. Er liegt auf dem jüdischen Friedhof in Greenville begraben.


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Stolpersteine für ehemalige jüdische Mitglieder


Stolperstein für Dr. Moritz Bing, Oberländer Ufer 208, Köln / Foto: Kalle Kubatschka Am 23. November 2017 war es endlich soweit. Die ersten Stolpersteine für ehemalige jüdische Mitglieder wurden von Gunter Demnig auf Wunsch des Kölner Alpenvereins verlegt:
für Dr. Moritz Bing und seine Familie am Oberländer Ufer 208 in Köln.

Dr. Moritz Bing war das letzte Mitglied jüdischen Glaubens, das durch den sogenannten Arierparagraphen aus dem Verein gedrängt wurde. Dabei war Dr. Bing ein langjährig aktives und angesehenes Mitglied gewesen. Er gehörte u.a. zu den Darlehensgebern für den Bau des Kölner Hauses auf Komperdell (eröffnet 1929).

Ebenso hatte er sich zusammen mit seinem Freund und Anwaltskollegen Ludwig Cahen öffentlich gegen Bestrebungen gewehrt, jüdische Bewerber auf eine Mitgliedschaft abzulehnen. Bing war bis 1. August 1937 Mitglied und floh 1938, nach dem er in der Arbeitsanstalt Brauweiler und im KZ Dachau in "Schutzhaft" genommen worden war, mit seiner Familie in die Schweiz.

Weitere Informationen zu Dr. Moritz Bing finden Sie in der Ausarbeitung zum Thema Antisemitismus.


Veröffentlichungen:
28.11.2017: Wortführer gegen den Antisemitismus / Kölner Stadtanzeiger
13.12.2017: Ein Stein der Erinnerung / Kölner Wochenspiegel (Innenstadt Süd)



Bilder der Verlegung:

Die Bilder lassen sich mit einem Klick darauf vergrößern.

Sektions-Archivar Reinhold Kruse mit einer Vertreterin der Presse / Foto: Kalle Kubatschka Die Stolpersteine sind schon mal an ihrer Stelle / Foto: Miriam Ersch-Arnold
 
Interessierte Zuschauer und Fotografen bei der Verlegung/ Foto: Kalle Kubatschka Gunter Demnig gibt den Stolpersteinen ihren letzten Schliff / Foto: Miriam Ersch-Arnold
 
Reinhod Kruse, Gunter Demnig und Kalle Kubatschka / Foto: Miriam Ersch-Arnold Die drei Stolpersteine für die Familie Bing / Foto: Kalle Kubatschka


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Erklärung des Kölner Alpenvereins


Für Offenheit, Vielfalt und Toleranz Die im Frühjahr 2016 veröffentlichte Ausarbeitung zum Thema Antisemitismus ist für den Kölner Alpenverein Ansporn mit der Erklärung

Für Offenheit, Vielfalt und Toleranz Acrobat Reader Datei

ins neue Jahr zu gehen.

Die zugehörige Pressemitteilung beschreibt die Hintergründe zur Veröffentlichung der Erklärung.


Veröffentlichungen der Erklärung:
30.12.2016: Pressemitteilung
30.12.2016: Auf der Webseite, Facebookexterner Link und Twitterexterner Link.
31.12.2016: Als Anzeige im Kölner Stadtanzeiger / Rundschau (Gesamtausgabe).
03.01.2017: Lehren aus der Vergangenheitexterner Link / Kölnische Rundschau.
05.01.2017: Im Newsletter ALPINEWS 01/2017.
14.01.2017: Kölner Alpenverein warnt vor Ausgrenzung / Kölner Stadtanzeiger.
12.02.2017: Rückmeldungen zur Erklärung ALPINEWS 02/2017.
05.03.2017: gletscherspalten 1-2017.

Für Offenheit, Vielfalt und Toleranz

Im Frühjahr 2016 hat der Kölner Alpenverein die Aufarbeitung des Themas Antisemitismus in seiner Vereinsgeschichte der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert: Seit der Vereinsgründung 1876 hatten jüdische Mitglieder wichtige Funktionen inne, waren geachtet und im Vereinsleben aktiv. Ab den 1930er Jahren änderte sich dies allmählich. Der Verein ist mitgeschwommen, hat sich herausgehalten und gleichschalten lassen. Dies endete damit, dass Menschen jüdischen Glaubens die Mitgliedschaft verwehrt wurde. Der Verein, d.h. die Menschen, die ihn lenkten und die, die ihm angehörten, haben damals ihre jüdischen Mitglieder verraten und ausgegrenzt.

Was lernen wir daraus?

Wer sich nicht aktiv zu Toleranz und Offenheit bekennt, macht sich mitverantwortlich. Wer sich nicht gegen Hass und Ausgrenzung stellt, überlässt denen das Feld, die mit Angstmache, Lügen und Täuschungen die Leute um sich scharen.

Wir wollen klar Stellung beziehen und uns nicht heraushalten!

In unserer Satzung steht: "Die Sektion ist parteipolitisch neutral; sie vertritt die Grundsätze religiöser, weltanschaulicher und ethnischer Toleranz; sie achtet auf die Chancengleichheit von Frauen und Männern."

Das sind für uns keine leeren Worte, sondern ein Anspruch!

Wir setzen uns für unsere Ziele im Großen wie im Kleinen ein: Zum Beispiel bei der verantwortungsbewussten Ausübung des Bergsports, dem Naturschutz, der Jugend- und Familienarbeit und der Erhaltung einer intakten Bergwelt. Dabei achten wir darauf, unseren gesellschaftlichen Werten und Grundsätzen, wie sie in unserer Satzung festgeschrieben sind, treu zu bleiben. Wir sind allen gegenüber offen und heißen die herzlich willkommen, die sich sowohl mit unseren Zielen verbunden fühlen, als auch dieselbe Toleranz und Offenheit leben.

Es erschreckt uns, wie die Ängste und Sorgen der Menschen dazu missbraucht werden, um Fremdenfeindlichkeit und Hetze gegenüber Andersdenkenden mehrheitsfähig zu machen. Dies sehen wir nicht nur bei uns in Deutschland - diese Entwicklung ist vielerorts in Europa und Teilen der Welt anhand von Wahlergebnissen und den Aussagen der politisch Agierenden ablesbar.

Die Vergangenheit lehrt uns: Wegschauen ist keine Option!

Bei uns haben Ausgrenzung und Intoleranz nichts zu suchen. In einer Welt, die durch Kriege, Globalisierung und Klimawandel immer komplexer wird, können Kaltherzigkeit und Abschottung für uns keine Alternative sein.

Für uns Bergsportlerinnen und Bergsportler ist das Kennenlernen und Achten fremder Kulturen selbstverständlich. Dies setzt Offenheit und Toleranz voraus. Wir unterstützen daher ausdrücklich Mitmenschlichkeit, Chancengleichheit und Vielfalt bei uns und auch überall dort, wo wir als Sportler und Reisende unserem Hobby nachgehen.

Wir im Kölner Alpenverein

Köln, im Dezember 2016




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Präsentation der Ausarbeitung zum Thema Antisemitismus


Ausarbeitung zum Thema Antisemitismus Unsere Ausarbeitung mit dem Titel "Wer Mitglied werden will, muß arischer Abstammung sein - Der Antisemitismus in der Sektion Rheinland-Köln des Alpenvereins", wurde am 14. April 2016 im NSDOK Köln / EL-DE-Haus der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Örtlichkeit konnte dafür nicht passender sein: Das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln gibt mit seinen Ausstellungen den stimmigen geschichtlichen Rahmen dazu.

Die Begrüßung und Einführung Acrobat Reader Datei nahm der 1. Vorsitzende, Kalle Kubatschka, vor. Er bedankte sich bei den beiden Autoren - Reinhold Kruse und Dr. André Postert - sowie - stellvertretend bei Frau Dr. Barbara Becker-Jáckli vom NSDOK - bei allen, die zur Erstellung der Ausarbeitung beigetragen haben.

Die Ausarbeitung zum Antisemitismus Acrobat Reader Datei (E-Paperexterner Link) umfasst 32 prall gefüllte Seiten: In ihrem ersten, etwas längeren Teil widmet sie sich der Geschichte der Sektion und des Deutschen Alpenvereins in dieser Zeit. Der zweite Teil enthält die Biographien unserer jüdischen Mitglieder, soweit sie in Erfahrung gebracht werden konnten.

Die Ausarbeitung ist in einer Auflage von 10.000 Exemplaren erschienen und wurde Anfang März an alle unsere Mitglieder versendet.

Zur Veranstaltung wurde eine Präsentation Acrobat Reader Datei gezeigt, die Sie hier einsehen können. Sie beinhaltet auch die Folien und Bilder des Vortrags von Dr. André Postert.

Grußworte:

Josef Klenner Acrobat Reader Datei, Präsident des Deutschen Alpenvereins

Josef Klenner vertritt als Präsident des Deutschen Alpenvereins ungefähr genauso viele Menschen wie Bürgermeister Hans-Werner Bartsch - nämlich 1,1 Millionen Mitglieder. Bei Herrn Bartsch sind es fast 1,1 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Köln.

Hans-Werner Bartsch Acrobat Reader Datei, Bürgermeister der Stadt Köln

Dr. Michael Rado, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln

Dr. Michael Rado hat auch das Vorwort der Ausarbeitung verfasst.

Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrum Köln

Dr. Jung würdigte die vorliegende Arbeit und regte zudem an, die Untersuchungen weiterzuführen und auch die damals agierenden Personen der Sektion näher zu beleuchten.

NSDOK Köln / EL-DE-Haus Vortrag:

Nach der Begrüßung und den Grußworten hielt der Historiker Dr. André Postert, einer der beiden Autoren der Ausarbeitung, einen kurzen Vortrag Acrobat Reader Datei, der einen guten Überblick zur Thematik gab. Seine Folien und Bilder sind in der Präsentation (siehe oben) enthalten.

Danach standen die beide Autoren, er und unser Archivar Reinhold Kruse, für Fragen zur Verfügung. Diese Möglichkeit des Austausches wurde auch ausgiebig genutzt.

Auch Josef Klenner und Dr. Werner Jung beantworteten Fragen, moderiert durch den 1. Vorsitzenden.

Schlusswort:

Plakette zur Proklamation des DAV aus dem Jahre 2001 Das Schlusswort Acrobat Reader Datei sprach Kalle Kubatschka, der 1. Vorsitzende. Dabei entschuldigte er sich für die Intoleranz gegenüber den jüdischen Mitgliedern:

"Im Namen des Kölner Alpenvereins möchte ich unser aufrichtiges Bedauern über die Ausgrenzungen zum Ausdruck bringen, die unsere damaligen jüdischen Mitglieder erfahren haben. Im Namen aller Aktiven unseres Vereins möchte ich mich dafür entschuldigen."

Danach wurde die Veranstaltung mit einem Imbiss abgeschlossen, wo noch ausgiebig über die Thematik diskutiert wurde.

Presse: Die Pressemitteilungen zur Veranstaltung finden Sie auf der Seite Presse.

Proklamation des DAV aus dem Jahr 2001: "Gegen Intoleranz und Hass".


Bilder der Veranstaltung:

Die Bilder lassen sich mit einem Klick darauf vergrößern.

Josef Klenner im Gespräch mit Dr. Werner Jung und Hans-Werner Bartsch / Foto: Philipp Hesse Kalle Kubatschka begrüßt die Anwesenden und führt in das Thema ein / Foto: Miriam Ersch
 
Kalle Kubatschka bedankt sich bei Sektions-Archivar Reinhold Kruse / Foto: Miriam Ersch Die Autoren Reinhold Kruse und Dr. André Postert mit dem 1. Vorsitzenden / Foto: Miriam Ersch
 
Kalle Kubatschka bedankt sich bei Dr. Barbara Becker-Jákli vom NSDOK für die Unterstützung / Foto: Philipp Hesse Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins / Foto: Philipp Hesse
 
Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins / Foto: Miriam Ersch Hans-Werner Bartsch, Bürgermeister der Stadt Köln / Foto: Miriam Ersch
 
Hans-Werner Bartsch, Bürgermeister der Stadt Köln / Foto: Philipp Hesse Dr. Michael Rado, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln / Foto: Philipp Hesse
 
Dr. Michael Rado, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln / Foto: Miriam Ersch Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln / Foto: Philipp Hesse
 
Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln / Foto: Miriam Ersch Dr. André Postert bei seinem Vortrag / Foto: Miriam Ersch
 
Dr. André Postert bei seinem Vortrag / Foto: Philipp Hesse Fragen an die Autoren / Foto: Philipp Hesse
 
Reinhold Kruse beantwortet Fragen aus dem Publikum / Foto: Miriam Ersch Josef Klenner nimmt Stellung zu einer Frage / Foto: Philipp Hesse
 
Dr. André Postert gibt Auskunft / Foto: Miriam Ersch Fragen aus dem Publikum / Foto: Miriam Ersch
 
Kalle Kubatschka antwortet auf Anregungen / Foto: Philipp Hesse Dr. Werner Jung erklärt zum Thema / Foto: Miriam Ersch
 
Das Publikum verfolgt das Schlusswort / Foto: Miriam Ersch Kalle Kubatschka bei seinem Schlusswort / Foto: Miriam Ersch
 
Anerkennung des Publikums zum Ende der Veranstaltung / Foto: Miriam Ersch Josef Klenner, Reinhold Kruse, Dr. Michael Rado, Dr. André Postert, Dr. Barbara Becker-Jákli, Kalle Kubatschka, Dr. Werner Jung / Foto: Philipp Hesse


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