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Die Eifel bei Blens



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Eifel und Rur    Buntsandsteinfelsen    Felsen als Sonderstandorte
Waldgeschichte der Eifel    Fazit


Die Eifellandschaft bei Blens ist geprägt vom Tal der Rur, das wiederum von den turmhoch aufragenden Buntsandsteinfelsen dominiert wird. Diese Landschaftsform findet sich im Rurtal insbesondere zwischen Heimbach und Kreuzau.


Eifel und Rur

Die Eifel ist ein bis zu 747 Meter hohes Mittelgebirge. Sie ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges und setzt sich in Belgien und Luxemburg als die Ardennen fort. Die Eifel besteht aus einer welligen Hochfläche, die auch als Rumpfhochland bezeichnet wird, das sich aus einem durch Erosion abgetragenen Urgebirge und späterer erneuter tektonischer Hebung entwickelte. In diese Hochfläche haben sich Flüsse wie die Rur eingeschnitten. Typisch sind die relativ flachen muldenförmigen Täler und weiche Formen. Auf einigen Aussichtssichtpunkten entlang des Rurtals lassen sich sowohl die alte Hochfläche, als auch die Form der Rurtals gut erkennen.

Die Rur - auch namensgebend für diesen Teil der Eifel (Rureifel) - entspringt in der belgischen Provinz Lüttich im Hohen Venn auf ca. 660 Metern Höhe. Nach 165 Kilometern mündet sie beim niederländischen Roermond in die Maas, die ihrerseits zum Flusssystem des Rheins gehört. Den größten Teil ihrer Länge (ca. 132 km) verläuft die Rur auf dem Gebiet Nordrhein-Westfalens.

Die Rur hat sich bei Blens tief in die wellige Rumpffläche der Eifel eingeschnitten und so über Jahrtausende und Jahrmillionen die Buntsandsteinklippen freigelegt. Diese bilden besondere Lebensräume für Pflanzen und Tiere - sogenannte Sonderstandorte - inmitten der sie umgebenden Landschaft.


Buntsandsteinfelsen

Die Buntsandsteinfelsen stellen hier eine geologische Besonderheit dar, denn Buntsandstein findet sich nur in einem kleinen Teil der Eifel. Zwischen Heimbach und Kreuzau ist das Gestein aufgrund der Erosionsarbeit der Rur offengelegt und als Felstürme entlang des Rurtals zum Teil weithin sichtbar. Buntsandstein bezeichnet sowohl eine Gesteinsart, als auch eine geologische Epoche. Die Entstehung des Buntsandsteins als geologische Formation fand vor ca. 200 bis 225 Millionen Jahren statt. Damals wurden große Mengen des Ausgangsgesteins durch Verwitterung abgespalten, durch Bäche und Flüsse transportiert und in mehreren hundert Metern mächtigen Paketen abgelagert.

Durch Druck wurden im Laufe der Zeit diese sogenannten Sedimente zu Gestein verfestigt. Man kann an vielen Stellen gut erkennen, dass die Ablagerung in Schichten stattfand und das je nach vorherrschender Fließgeschwindigkeit des Wassers eher grobe oder feine Sedimente abgelagert wurden. Die rote Farbe deutet darauf hin, dass das unter tropischen Klimabedingungen geschah. Dieser Prozess fand über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren statt.

Der Buntsandstein neigt aufgrund seiner Struktur zur Kliffbildung und wird jetzt selbst wieder erodiert. Er bildet daher wiederum das Ausgangsmaterial für die hiesigen Böden oder wird über die Bäche und die Rur transportiert, um dann schließlich an anderer Stelle wieder abgelagert zu werden.


Felsen als Sonderstandorte

Auf den Felsen selbst findet kaum Bodenbildung statt, da sich an Flanken und zum großen Teil auch auf den Felsköpfen kein oder nur wenig Substrat ansammeln kann. Sie bilden Sonderstandorte inmitten der Landschaft: Wenig Boden, dadurch wenig Wasserspeicherung, bei Sonneneinstrahlung sehr heiß, trocken, mit vielen Rissen, Spalten und kleinen Höhlen, außerdem schwer zugänglich.

Die Felsen stellen daher ganz besondere natürliche Lebensräume in der sie umgebenden Landschaft dar. Zum einen siedeln hier seltene trockenresistente und genügsame Pflanzen. Aber auch viele Tiere wie Reptilien, Fledermäuse und Uhus sind eng mit dem Lebensraum Fels verbunden und auf ihn angewiesen.


Waldgeschichte der Eifel

Natürlicherweise wären in der Eifel ausgedehnte Buchenwälder zu finden. Heute wird sie aber in weiten Teilen von Fichtenwäldern dominiert. Ursache dafür ist der Mensch.

In der Römerzeit, während des Mittelalters und bis ins 17. Jahrhundert hinein, wurde die Eifel von großen Laubwäldern (hauptsächlich Rotbuche) bedeckt. Lediglich ein paar Felder lockerten den dichten Waldbestand auf. Im 17. und 18. Jahrhundert kam es jedoch aufgrund der boomenden Eisenindustrie zu großflächigen Abholzungen. Der Bedarf an Holzkohle, die in Holzmeilern aus Buchenholz herstellt wurden, war enorm gestiegen. Dadurch entstanden riesige Ödlandflächen, auf denen sich Heidekraut und niedrig wachsendes Buschwerk ausbreitete. Dieser Prozess wurde durch die Beweidung durch Schafe und den Brandfeldbau verstärkt. In manchen Teilen der Eifel betrug der Anteil entwaldeter Flächen mehrt als 80%.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden durch die Preußen, in deren Besitz die Eifel damals kam, großflächige Wiederaufforstungsmaßnahmen durchgeführt. Dafür wurden standortuntypische Fichten genutzt. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Fichte der Baum der Wahl für die Aufforstung, der durch Kriegsschäden entwaldeten Flächen.

Heute leiden insbesondere diese Fichtenmonokulturen unter der Klimakrise. Sie werden aufgrund der Trockenheit anfällig für Borkenkäferbefall und haben diesem oft nichts entgegen zu setzen. Die Folge sind große Bereiche, in denen die Fichten absterben und dann durch Kahlschlagmaßnahmen beseitigt werden müssen.

Insbesondere an steileren Hängen sind auch alte Eichenwälder zu finden. Diese gehen auf die Nutzung als Waldweide für die Schweinemast seit dem Mittelalter und später zur Gewinnung von Eichenrinde für die Lederindustrie (Lohrinde) zurück, also ebenfalls auf menschlichen Einfluss.


Fazit

Das Rurtal bei Blens mit seinem hohen Naturerlebniswert ist immer einen Ausflug wert. Die Kombination aus Flusstal, Wäldern und Buntsandsteinfelsen, erzeugt eine hohe Zahl an landschaftsprägenden Elementen und Ökosystemen auf kleiner Fläche. Neben vielfältigen Landschaftseindrücken können wir auch anhand vieler konkreter Beispiele die Entwicklung von Natur und Landschaft im Lauf der Zeit verfolgen.


Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Rur
de.wikipedia.org/wiki/Rureifel
de.wikipedia.org/wiki/Eifel
de.wikipedia.org/wiki/Buntsandstein
www.planet-wissen.de/kultur/mittelgebirge/eifel/index.html#Wiederaufforstung
NUA-Seminarberichte/Band-8-Nationalpark-Eifel/schoeller.pdf


 
 


Alexander Huber
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